Mikrofon-Auswahl und Aufstellungsabstand
Ein Kondensatormikrofon bei 15-30 cm Abstand liefert Detail fuer Rap und Pop. Ein dynamisches Mikrofon bei 10-15 cm ist weniger raumempfindlich - ein Vorteil im Home-Studio.
Zu nah am Mikrofon: Plosive, Sibilance und Proximity-Effekt (uebertriebener Bass). Ein Pop-Filter aus Mesh-Stoff ist Standard, kein Notbehelf.
Mic-Technik: Der Saenger regelt seinen Pegel selbst
Bei lauten Noten leicht zuruecklehnen, bei leisen naeher ans Mikrofon. Ein Saenger der seinen Pegel durch Koerperhaltung kontrolliert klingt natuerlicher als jeder Kompressor.
Die meisten Saenger singen im Studio zu laut. Etwas leiser klingt oft besser - die Klangqualitaet vieler Mikrofone verbessert sich bei mittleren Pegeln deutlich.
Der optimale Ablauf einer Vocal-Session
Immer mit einem kompletten Take beginnen, nie zeilenweise. Eine komplette Performance hat einen Energiefluss, den man nicht rekonstruieren kann.
Ablauf: (1) ersten Take ohne Unterbrechung, (2) zweiten Take sofort danach, (3) dritten Take auf Alternativspur. Danach Reparaturen: erst Refrains, dann Strophen, dann einzelne schwierige Stellen.
Punch-Ins professionell durchfuehren
Beim Punch-In immer eine ganze Zeile aufnehmen, nicht nur ein einzelnes Wort. Pegel und Mic-Abstand muessen zur Originalzeile passen.
Maximal drei Spuren: Lead, Alternates/Reparaturen, optionaler Schluss-Take. Mehr macht das Comping zum Albtraum.
Sibilance und Plosive bekaempfen
Plosive (P, B, T): Pop-Filter und am Mikrofon vorbeisingen, nicht direkt hinein.
Sibilance (S, Z, Sch): Weiter weg vom Mikrofon reduziert Sibilance. Alternativ Mic auf die Nase richten, Saenger nach vorn singen lassen. Im Mix: De-Esser nach dem EQ.

